Julia in Tansania

Ostafrikanisches Schulleben erleben

 
06April
2014

Kwa heri Mwanza!

Liebe Freunde, liebe Familie,

huch, das ging jetzt aber schneller als gedacht  

Es ist nach 22h am Sonntagabend und in weniger als 15 Stunden hebt hoffentlich mein Flieger Richtung Nairobi ab. In 36 Stunden bin ich dann "schon" in Deutschland. Vor mir liegt die letzte Nacht, in dieser Stadt, von der ich nicht wirklich weiß, was ich über sie denken soll. Mit Johannes habe ich neben unseren unzähligen Gesprächen über's Essen natürlich auch die typischen "Und, was werde ich was vermissen? Was werde ich mitnehmen?"-Gespräche geführt und mir fällt es sehr schwer ein Résumé zu ziehen. Fest steht, ich möchte die Zeit hier auf gar keinen Fall missen. Aber würde ich es weiterempfehlen? Würde ich es nochmal machen? Wie gesagt, die Antwort darauf fällt mir schwer...

Jedenfalls ging die letzte Woche hier in Mwanza sehr schnell um. Ich habe mir genug vorgenommen; so habe ich Donnerstag Lina verabschiedet, habe am Freitag ein paar Besorgungen in der Stadt erledigt und war mit Linas Gastschwester und -cousinen bei deren Tante, war gestern schwimmen und (viel zu viel) essen in der leckeren Pizzeria und habe heute Zeit beim Friseur und auf dem Sabasaba-Markt verbracht. Zum Abschluss waren Johannes und ich essen und haben ein Abschluss-Kilimanjaro-Bierchen getrunken.

Soeben bin ich mit dem Packen fertig geworden und bin sehr optimistisch was das Gewicht und die ordentliche Verpackung gewisser Alkoholika angeht

Morgen um 10h eurer Zeit holt mich das Taxi ab und dann ist die Abreise wirklich zum Greifen nah.

Mwanza --> Kilimanjaro (kurzer Tankstopp) --> Nairobi (6 Stunden Lay-Over) --> Amsterdam (3,5 Stunden Lay-Over) --> HANNOVER! Meine Geburtstagskind-Mama und Papa werden mich abholen, und mir wurde bereits ein Mettbrötchen versprochen. Herrlich.

Voller Vorfreude wünsche ich euch einen schönen Abend; einige von euch tanzen sicherlich vor Freude über diesen grandiosen Eintracht-Sieg im Derby gegen Hannover. Papa, ich hoffe, du freust dich

Seid herzlich gegrüßt, ein letztes Mal aus Mwanza. Kwa heri!
Heimat, ich komme!

Eure Julia

05April
2014

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Danke für inzwischen deutlich über 1000 Aufrufe! 

Mir geht es weiterhin gut und da ich mir noch einige Dinge vorgenommen habe, vergeht die Zeit schneller als befürchtet. Noch drei Mal schlafen, bis ich abreise.

Deswegen jetzt auch, um kurz nach Mitternacht: GUTE NACHT!

03April
2014

Back in Mwanza

Liebe Freunde,

seit Sonntagabend bin ich nun zurück in Mwanza und ich kann euch sagen: eine schöne Umstellung war es nicht. Wir hatten wirklich so gar keine Lust in unser „Zuhause“ zurückzukehren… aber erstmal mehr zum Rest unseres wunderbaren Urlaubs.

Ab Samstag ging es meinem Darm wieder besser und ich fühlte mich wieder besser. Lina, die eigentlich Freitagabend feiern wollte und aus mehreren Gründen nicht dazu gekommen war, entschied sich, bereits Samstag ans Festland (Dar Es Salaam) zurückzukehren um dort abends, gemeinsam mit Abu und anderen AIESECern, das Nachtleben zu erkunden. Johannes und ich blieben auf Sansibar und fuhren mit dem Daladala ca. 1 Stunde in Richtung Norden, nach Nungwi. Nungwi ist bekannt seine traumhaften Strände und auch dafür, dass es etwas touristischer sein soll als Paje, sogar zu touristenarmen Zeiten.

Gegen Mittag kamen wir an, aßen Mittag und liefen dann am wirklich hübschen Strand entlang. Doch die Flut stoppte uns nach wenigen hundert Metern, da das Wasser zu hoch war um um einige der Felsformationen herumzulaufen. Also entschieden wir uns, unser Handtuch in den Sand zu legen und zu baden. Wir sonnten uns und badeten, und badeten und sonnten uns. Es war ein herrlich entspannter Nachmittag. Am späten Nachmittag fuhren wir zurück nach Stone Town, machten uns frisch und gingen ein letztes Mal Richtung Forodhani Food Market. Wir schlenderten darüber aber entschieden uns, in einem indischen Restaurant (Silk Route Restaurant) unweit des Kai essen zu gehen; es stellte sich heraus, dass das eine sehr gute Entscheidung war. Das Essen war köstlich; ich hatte Tandoori Chicken und Johannes ein Chicken Curry, dazu aßen wir Cheese Naan, schlüften einen frischen Pina Colada und genossen den Blick auf den abendlichen Trubel am Hafen. Im Anschluss daran gingen wir in eine Tapas Bar (Post Bar), die im 2. Stock ebenfalls einen Außenbereich hatte, und genossen ein letztes kühles Bier.

Am Sonntag nahmen wir die Fähre um 9.30h und waren gegen 11.30h in Dar Es Salaam. Mit Gepäck unterwegs fanden wir dank Google-Maps ein wirklich nettes Café (Mokkacity Café) und warteten auf Lina. Die holte uns gemeinsam mit Abu, etwas müde aber glücklich, am Café ab und wir liefen zum National Museum, das nicht zu empfehlen ist. Zum Abschluss führte Abu uns in den 17. Stock eines Bürogebäudes, von wo aus wir gefühlt ganz Dar Es Salaam bestaunen konnten.

Um 18.20h ging unser Flieger, der nach 90 Minuten Flug pünktlich in Mwanza landete. Zum Glück hatten wir Strom und Wasser, als wir zu Hause ankamen, sodass Johannes und ich uns sogar noch Nudeln mit Tomatensauce kochen konnten. Und da war sie dann auch ganz schnell: die Ernüchterung. Zurück in dem Leben, wo alles ein bisschen beschwerlicher ist, wo man kaum was unternehmen kann und wo für Johannes vor allem auch Arbeit und für mich die befürchtete Langeweile warten würden.

Am Montagvormittag wusch ich meine dreckige Urlaubswäsche und traf mich mittags mit Lina, um noch einige Besorgungen vor ihrer Abreise zu erledigen. Nach dem Ausflug in die Innenstadt trafen wir bei Lina zu Hause unsere Schneiderin, die mir mein in Auftrag gegebenes Kostüm (Rock und Blazer) brachte. Leider passte der Rock wieder nicht um gemeinsam mit meinen bisherigen, erhaltenen Klamotten gab ich ihr den Rock zur Änderung wieder mit.

Am Dienstag begann ich meinen Bericht für den DAAD-Fahrtkostenzuschuss zu schreiben und wusste zunächst gar nicht, wo ich anfangen sollte. Den Nachmittag verbrachte ich mit Lina im Pool bei der Internationalen Schule und abends trafen wir Johannes, um ein leider enttäuschendes Restaurant in der Innenstadt auszuprobieren.

Am Mittwoch, Linas letztem Tag, schrieb ich vormittags meinen Bericht für den DAAD zu Ende und nachmittags traf ich Lina in einer Bäckerei, die sehr vielversprechende Torten und sonstige Leckereien in der Auslage hatte, uns aber leider erneut enttäuschte, weil alles sehr trocken und künstlich schmeckte. Zur Aufmunterung gingen wir bereits um kurz nach 16h ein Bierchen trinken (das leider warm war) und trafen danach erneut die Schneiderin, die mir meine nun perfekte maßgeschneiderte Kleidung zurückbrachte. Abends trafen Lina und ich ihre Arbeitskollegen und waren in einem sehr leckeren Restaurant unweit von Linas Haus essen. Es war ein lustiger Abend mit den beiden Herren und wir führten sehr interessante Gespräche, da die beiden bereits mehrere Monate in Europa verbracht haben und es so viel gab, über das man sich austauschen konnte.

Heute Morgen musste ich dann leider vorerst Abschied nehmen von meiner lieben Lina; um kurz vor 11h fuhren wir gemeinsam mit ihrer Gastschwester und -cousine zum Flughafen. Lina hat mir gerade geschrieben: sie ist bereits in Kilimanjaro angekommen und wartet nach einer kurzen Tankpause nun auf die Weiterreise nach Nairobi. Von dort aus fliegt sie nach Brüssel, hat fast 14 Stunden „Lay-Over“ und kommt dann morgen Abend um 22h deutscher Zeit in Hannover an. Ich freue mich riesig für sie und hoffe, dass sie eine gute Reise hat. Ich bin gespannt, wie meine letzten Tage hier in Mwanza werden. Morgen arbeitet Johannes und ich hoffe, er muss nicht soooo lange arbeiten. Vielleicht gehen wir am Samstag nochmal schwimmen. Am Sonntag lasse ich mir wohl die Haare flechten und muss dann ja auch schon packen - für meine Abreise am Montag. Meine Vorfreude auf zu Hause (nicht auf die Aufgaben, die da warten) steigt von Tag zu Tag und ich vermisse die Menschen, die mich sonst alltäglich umgeben. Sechs Wochen sind genug. Die letzten vier Tage kriege ich jetzt auch noch hin. Da bin ich mir sicher…

Seid herzlich umarmt!

Eure Julia

 

28März
2014

prison island

die 3 am Strand von Prison Islandwas guckst du?! lächeln!

 

 

Liebe Freunde,

 

viele Grüße aus Stone Town, einer Stadt, die wirklich einen Platz in meinem Herzen gefunden hat. Ich fühle mich hier sehr wohl, auch wenn ich die letzten zwei Tage etwas Magen-Darm-Probleme hatte und deswegen leider nicht allen kulinarischen Highlights so folgen konnte, wie ich gewollt hätte.

 

Nach unserem Abend mit den Finnen, der wirklich lustig und entspannt war, haben wir im Gegensatz dazu eine sehr stürmische und regnerische Nacht in Paje gehabt; so stark, dass ganz Paje am nächsten Morgen ohne Strom und Wasser auskommen musste. Nach einem guten Frühstück machten wir uns mit dem Daladala auf den Weg zurück nach Stone Town und kamen hier gegen 12h an. Das Reisen mit dem Daladala ist zwar nicht immer bequem aber wirklich unkompliziert und günstig (für über 30km Fahrt inkl. Gepäck nur 1 Euro p.P.).Wir checkten wieder in "unserer Zanzibar Lodge" ein und machten uns dann auf den Weg zum Hafen, wo wir mit Hassan und dem Bootsführer Marko zur Prison Island fuhren; dort sind auch die Bilder entstanden.

 

Man zahlt Eintritt für die Insel, allerdings nur etwas über 3 Euro, und bekommt dafür eine Menge geboten. Zunächst haben wir uns auf das Schildkrötengelände gewagt und durften dort mit Riesenschildkröten knuddeln - unglaublich. Die Haut an Kopf, Nacken und Beinen fühlt sich unerwartet hart und großschuppig an; auch wenn ich noch nie einen Elefanten anfassen durfte, hatte ich mir so eigentlich Elefantenhaut vorgestellt. Die Schildkröten dort bekommen ihr Alter auf den Panzer geschrieben und die älteste Kröte, die ich gesehen habe, war 117 Jahre alt. EINHUNDERTSIEBZEHN! Wir durften auch eine kleinere Schildkröte in die Hand nehmen, wie man auf den Bildern sieht. Das war ein total beeindruckender Moment für mich. "Waaaas? Ich? Eine Schildkröte? Auf den Arme nehmen?" Genial.

 

Die Schildkröten laufen frei auf dem Gelände herum. Es gibt zwar ein paar gepflasterte Wege und ein paar Mauer, aber letztlich können und dürfen sich Schildkröten als auch Besucher frei bewegen. Danach sind wir zum alten Gefängnis gegangen (deswegen auch Prison Island), was aber, wenn ich das richtig verstanden habe, nur kurz als Gefängnis/Züchtigungsort für Sklaven genutzt wurde, die dann auf dem Sklavenmarkt in Stone Town landeten und sehr viel länger als Quarantänestation für Gelbfieberkranke diente. Leider, leider, leider sieht man davon heute nichts mehr, da in das Gebäude ein Souvenirshop und ein Restaurant gebaut wurden.

 

Im Anschluss wir alle wohlverdient im wunderbar warmen, klaren, salzigen, nahezu algenfreien Indischen Ozean schwimmen. Es war sehr entspannend und erfrischend und genau das, was wir in dem Moment brauchten. Lina und Johannes fuhren dann gemeinsam mit Hassan 100m weiter von der Insel weg zu einem Korallenriff und schnorchelten. Da ich absolut kein Meerestiere-Fan bin (mein liebster Jan musste mich schon mehrfach vor angeblichen, höchstgefährlichen Seeungeheuern retten), blieb ich am weißen Traumstrand und nutze die Zeit für ein Nickerchen und las in meinem Buch (The Storyteller von Jodi Picoult - sehr (!) sehr zu empfehlen). Ich fand es sehr entspannend, Zeit für mich zu haben, denn egal wie nett Lina und Johannes sind: ich merke, dass es mir gut tut, Zeit für mich zu haben. Das war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben.

Nach 3 Stunden Inselbesuch machten wir uns auf dem Rückweg, streunerten im Anschluss wieder über den Foodmarket und ich telefonierte nach anderthalb Wochen wieder mit Jan, was sehr gut tat, wie wir beide feststellten.

 

Nach einem "Absacker" (in meinem Fall war das Cola) in einer Bar unter freiem Himmel liefen wir zum Hotel zurück. Dort bat mich Lina, ihr ihre Rastazöpfe zu entflechten, die sie schon zwei Wochen drin hatte. In Teamarbeit trennten wir Linas Haare von dem massenhaft eingeflochtenen Kunsthaar und waren nach guten 90 Minuten fertig. Jetzt läuft Lina wieder europäisch herum ;-)

 

Nach einer fiebrigen und erneut äußerst verregneten Nacht lud das Wetter auch nach Sonnenaufgang nicht dazu ein, das Bett zu verlassen und so schliefen wir bis nach 10 Uhr. Danach ging ich trotz Regen shoppen und bin auch das ein oder andere Mal fündig geworden. Überraschung....

 

Um 15h fuhren wir, wieder gemeinsam mit Marko, zu einer Spice Farm. Dort lernten wir viel über den regionalen Anbau und die Wirkung und Nutzung von verschiedenen Gewürzen und Gewächsen und obwohl wir wenig Erwartungen hatten an die Tour waren wir am Ende hellauf begeistert (Leni, du hattest recht!). Es war ein schöner Nachmittag. Ich habe Vanillepflanzen und Muskatbäume gesehen, weiss nun, dass die Wurzel eines Zimtbaumes wie Eukalyptus riecht und wie man Pfeffer erntet.

Heute Abend waren wir dann in einem Restaurant essen und im Anschluss wieder in der Bar von gestern Abend. Lina und Johannes sind noch feiern aber mein Magen, mein Darm und ich wollen nichts überstürzen und lieber nochmal eine Nacht ordentlich schlafen. Das mache ich jetzt auch.

 

Morgen, am Samstag, fahren an einem Traumstrand in den Norden. Am Sonntag geht es dann schon über Dar Es Salaam zurück nach Mwanza. Das bedauern wir sehr...

 

Seid gegrüßt und schlaft schön!

Eure Julia

 

26März
2014

Hakuna Matata

Juli am Strand in Pahe.

LIEBE LESER,

 

Ich begrüße Sie recht herzlich zur heutigen Ausgabe von "Julia in Tansania" - heute mit einem Reisespecial ;-)

 

Was schreibt man, wenn man eine Trauminsel besucht, die so anders ist, als das, was man bisher erleben durfte...? Beschreiben kann man es nämlich nicht; zu viele Gerüche und Geschmäcke(r), zu viel, das man sieht und zu viel was wir erleben. Sansibar ist traumhaft - tatsächlich empfinden wir es so. Zu schön.Nach der 16 stündigen Busfahrt verbrachten wir eine schwüle (!) Nacht im Praktikantenhaus in Dar Es Salaam. Der Präsident vom AIESEC-Lokalkomittee von Dar Es Salaam (Abu) hatte uns beim Bus eingesammelt und uns zum Haus gebracht. Er war es auch, der uns am Dienstagmorgen um 11h im Fährgebäude von Azam Fast Ferries ablieferte und uns half, die Tickets zu kaufen. Außerdem stellte er uns seinen Cousin (Hassan) vor, der auf der gleichen Fähre war und uns in Sansibar helfen würde, unser Hotel zu finden. Gegen 12h durften wir auf das Boot, dass uns mit 32 Knoten ca. 70km über den indischen Ozean an die Westküste Sansibars bringen sollte. Es war eine entspannte, nahezu schaukelfreie Überfahrt und eine gute Einstimmung auf unser Reiseziel. Nach der Ankunft mussten wir unsere Gelbfieberimpfung vorzeigen (!), haben einen Sansibar-Stempel in den Pass bekommen, wurden vom Zoll kontrolliert und sind mit Hassan zu unserem Hotel gefahren. Es war etwas versteckt aber sehr zentral und vor allem SAUBER.

 

Gegen 16h machten wir uns daran, Sansibar zu entdecken. Wir ließen uns treiben mit der groben Richtung "Wasser"/"Promenade" und liefen durch verwinkelte Gassen und lauschten dem Iman und seinem Gebetsruf (95% der Einwohner sind Moslems). Abends trafen wir Zaki, der von einem Schnorcheltrip aus dem Norden zurückkam und ziiiiiiiemlich müde war. Wir aßen ein Abendbrot, dass uns glücklich machte, weil es nicht frittiert war und mit Gewürzen gekocht wurde. Ich aß Reis mit einer Currysauce und eines der besten Hähnchen, das ich je gegessen habe (4000tsh; unter 2 Euro). Danach sind wir zum Forodhani Food Market gelaufen. Der ist an der Promenade in der Nähe des Hafens und, wie der Name erahnen lässt, gibt es dort ohne Ende Essen. Wir haben uns auch dort die Bäuche vollgeschlagen.  Frischer Limettensaft mit Zucker, Zanzibar Pizza mit frischer Kokosnuss und Nutella (ein knuspriger Crepe), ... wunderbar. Nach dem Markt waren wir ein Bier trinken und sind dann ins Bett.

 

Heute vor dem Frühstück ist Zaki abgereist Richtung China. Unser Frühstück war sehr gut und morgen werden wir bereits nach Stone Town zurückreisen.

 

Heute waren wir in der "Slave Chamber", dem Gebäude, wo im 18./19. Jahrhundert die Sklaven "gehalten" wurden bevor man sie auf dem Sklavenmarkt im Zentrum verkaufte. Es war grauenhaft, unter welchen Bedingungen Menschen leben mussten. Dann sind wir mit dem Daladala an die Ostküste gefahren - mit kleiner Unterbrechung, weil uns bei mindestens 70km/h ein Reifen geplatzt ist. Fühlt sich komisch an, aber es ist nichts passiert. Gegen 13.30h sind wir im Hotel angekommen; nicht ganz so sauber wie unsere Unterkunft letzte Nacht aber das hat vor allem damit zu tun, dass wir den Sand direkt vor der Tür haben. Unser Strand ist 10 Min Fußweg entfernt. Eigentlich ist er näher ABER dort ist der Strand voller Algen.Deswegen, und weil Zaki uns noch traumhaftere Bilder vom Norden der Insel gezeigt hat, hat sich unser Plan geändert. Wir reisen morgen zurück nach Stone Town und machen eine Bootstour zur sog. "Prison Island". Dort gibt es 200 Jahre alte Schildkröten und man kann  Schnorcheln und sich das alte Gefängnis ansehen.

 

Am Freitag fahren wir dann tagsüber nach Norden. Gerade sitzen wir an der Hotelbar, haben zwei unglaublich nette Finnen (29 und 30 Jahre alt) kennengelernt. Ich glaube, dass es ein lustiger Abend wird.

 

Seid herzlich gegrüßt. Hakuna Matata! 

25März
2014

nur so viel

Es ist ein Traum!

25März
2014

angekommen in Dar Es Salaam

Nur als Update. Ich bin inzwischen gut im AIESEC Haus in Dar Es Salaam angekommen.

Wir sitzen nach 16 Stunden Busfahrt, die besser war als wir erwartet hatten, trotzdem fix und fertig im Wohnzimmer, draußen herrschen ganz andere Temperaturen als in Mwanza (es ist nach Mitternacht und draußen sind es über 30'C und das bei fühlbar hoher Luftfeuchtigkeit).

 

 

 

 

Jetzt trinken wir noch unser Bierchen aus und dann gehts ins Bett.Morgen setzen wir dann mit der Fähre über - auf die Trauminsel. 

 

 

 

Gute Nacht,

 

Eure Julia

 

22März
2014

FOTOS

Heute gibt es vor allem Fotos.

 

  noch mehr Stoffe... Johannes und ich im Daladala  Meine Klasse Einige Kollegen; neben mir Mrs. Philippo  Fleißige Biene Stoffladen

21März
2014

Juli ist nicht mehr in der Schuli

Schon vorbei. Kaum zu fassen. Meine vier Schulwochen sind um. Ratz Fatz ging das.

 

Gestern war großer Examination Day und leider sind die Klausurergebnisse so schlecht wie erwartet. Der Durchschnitt der 41 Schüler liegt bei nicht mal 25%. Wie gesagt: überrascht bin ich nicht; waren doch auch die Aufgaben aus der Schule, die ich korrigiert habe, wenig vielversprechend.

 

Meiner Meinung nach gibt es viele Faktoren, die das Lernen hier negativ beeinflussen: die körperlichen Strafen und zugleich das Nichtausführen körperlicher Strafen ("Warum soll ich arbeiten, wenn die Olle da vorn mich doch eh nicht körperlich bestraft?!"), die generelle Arbeitsmoral (langsames und unkonzentriertes, unmotiviertes Arbeiten), fehlende Materialien (1 Buch pro 5 Schüler, keine Mappen sondern nur Hefte, 1 Stift pro Schüler; manchmal nicht mal das) und schlecht ausgestattete Klassenräume (zu wenige/zu enge/normierte Bänke), die massive Einschränkung der Methodenvielfalt durch äußerliche Umstände (nur eine Tafel, nicht ausklappbar und nicht magnetisch, keine Overheadprojektoren oder gar Beamer; Gruppenarbeit unbekannt) und ein stets lautes Umfeld (Schule liegt an der Straße, Klassenraum hat keine Fenster/Türen). Hinzukommen der verhältnismäßig geringe Stellenwert von Bildung und die Perspektivlosigkeit der Jugend. In meinem Fall gab es sicherlich auch Sprachbarrieren, die es insbesondere für die schwächeren Schüler schwer gemacht hat, dem Stoff zu folgen; wobei ich auch hier sagen muss, dass eindeutig Grundlagen fehlen. Das Sätzebilden ("The tall woman is my sister.") überfordert mindestens drei Viertel der Klasse.

 

Nach der Korrektur brauchte ich eine Aufmunterung und ich entschied mich für ein Feierabend-Eis beim einzigen salmonellenfreien Laden in Mwanza. Die verkaufen verschiedene Arten Vanille-/Softeis mit verschiedenen Saucen; abgefüllt in kleinen Bechern. Das ist lecker und bisher kann ich nicht über Nebenwirkungen klagen - außer über Glücksgefühle, insbesondere auch über die Schokoladensauce im Becher. Außerdem kaufte ich für Senf-Eier mit Kartoffeln ein; Johannes und ich hatten ein köstliches Abendessen.

 

Gestern Abend haben wir dann auch die Hotels für Sansibar festgemacht. Wen es interessiert, der klickt hier:

  • Zanzibar Lodge (Stone Town)

  • http://www.lonelyplanet.com/tanzania/zanzibar-archipelago/zanzibar-unguja/hotels/zanzibar-lodge?search%5Bcurrency%5D=EUR&search%5Bexternal_id%5D=&search%5Bfrom%5D=28+Mar+2014&search%5Bguests%5D=3&search%5Bpage_offsets%5D=0&search%5Bprovider%5D=&search%5Bprovider_id%5D=&search%5Bto%5D=30+Mar+2014

  •  

  • Demani Lodge (Paje, Strand)

  • http://www.demanilodge.com/

 

 

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Heute war dann also mein letzter Tag an der Nyanza Primary School und er war emotionaler als erwartet. Nach der Rückgabe der Klausuren bedankte ich mich bei der Klasse dafür, dass ich nicht nur lehren sondern eben auch viel lernen durfte. Und ich verteilte zur Freude der Schüler Gummibärchen. Es sind eben doch alle Kinder gleich ;-) die Schüler sangen für mich und ich kann euch sagen: tansanische Kinder haben den Rhythmus echt im Blut. Da wird auf die Tische geklopft, jeder tut das in einem anderen Rhythmus - und trotzdem passt alles perfekt zusammen. Die Klasse schenkte mir einen Stoff - weil ich mich immer so über Stoffe freue. Ich war wirklich gerührt.

 

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Anschließend versammelten sich alle Kollegen und ich konnte mich verabschieden - mich bedanken für die Herzlichkeit und Freundlichkeit mit der ich jeden Morgen begrüßt und jeden Mittag verabschiedet wurde, für die guten Gespräche und auch für die Blödeleien :-) außerdem hatte ich Schokolade und eine Dankeskarte dabei. Die Schulleiterin sprach nette Worte an mich und so tat es auch Mme Philippo, die eigentliche Englischlehrerin meiner 6.Klasse. Es war ein schöner Abschied - und trauriger als ich es erwartet hatte.

 

 

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Zum Mittag traf ich Johannes; wir speisten im Restaurant gegenüber meiner Schule. Die können das, was man hier in Tansania isst, wirklich gut kochen. Und die Chefin, die Kellnerin und der Koch sind sehr freundlich und aufmerksam. Inzwischen bekomme ich keinen Spinat mehr, weil ich den nicht mag, bekomme aber 2x Sauce zum Reis, weil ich die wiederrum sehr gern mag. Nach der Stärkung waren wir noch in der Bäckerei, in der ich jeden zweiten Tag meinen Milchbrötchenfladen kaufe (Sconsi; trotz Namensähnlichkeit nicht zu vergleichen mit englischen Scones), und haben uns eingedeckt für das Wochenende und die Fahrt nach Dar es Salaam am Montag. Jeder zwei Fladen und eine Packung Kekse, die mich an Mamas Vanilleplätzchen erinnern. Hierbei ein Gruß an Katha: Ja, ich nehme immer extra die Packung mit den dunkelsten Keksen, weil ich die ja am liebsten esse :-)

 

 

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 Danach machten Johannes und ich uns auf eine laaaaaange Suche nach einer International School, die ein Schwimmbecken/-bad haben sollte, in dem auch Nicht-Schulzugehörige schwimmen können. Nach 90 Minuten Verlaufen und Schwitzen fanden wir die Schule - eine sehr hübsche Schule - mit einem 25m-Becken. Doch leider sollte der Pool erst 2 Stunden später öffnen. Also kauften wir Tickets für morgen uns fuhren heim.Zuhause angekommen las ich für fast 2 Stunden in der angenehmen Spätnachmittagssonne und aß angefrorene Ananas. Herrlich...

 

 

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Leider wird Johannes krank und vielleicht wird das für ihn morgen nix mit dem Pooltag. Ich will trotzdem gehen. Um 11h treffe ich die Schneiderin und bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Sonntag ist dann Waschtag und die Zeit, den Koffer zu packen. Am Montag um 4.30h müssen wir am Busterminal sein. Dann geht es los. Die große Reise. Uuuiiii ;-)

 

 

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Mit der Hoffnung, dass Johannes bald wieder fit ist wünsche ich euch eine gute Nacht. Passt auf euch auf.

 

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Eure Julia

18März
2014

Euphorie kehrt zurück

Heute nur ein wirklich kurzer Text!

Denn: wir haben den Flug gebucht! Nächste Wochen reisen Johannes, Lina und ich tatsächlich nach SANSIBAR.

Am Montag fahren wir mit dem Bus nach Dar Es Salaam (doch nur 14 statt 26 Stunden), verbringen die Nacht in Dar Es Salaam, reisen am Dienstagnachmittag mit der Fähre nach Sansibar. Dort bleiben wir bis Sonntag. Am Sonntag nehmen wir mittags die Fähre zurück nach Dar Es Salaam und fliegen abends um kurz nach 18h zurück nach Mwanza.

Auf Sansibar selbst gönnen wir uns sowohl Stadttage in Stone Town als auch Strandtage in Paje.

Ich freue mich sehr und kann mein Glück gar nicht fassen. Dass ich mal auf eine solche Insel reisen darf, hätte ich mir wohl nicht erträumen können. 

Das war's für heute. Mehr kann ich nicht schreiben. Ich muss mich erstmal freuen.

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